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Wie Menschen riechen

Vor einigen Jahren habe ich das erste Mal einen Poetry Slam Auftritt gesehen und ich war baff. So fasziniert von dem was dort von jenen Menschen vorgetragen und erzählt wurde. Teils war es zum lachen und teils regte es zum nachdenken an. Oft habe ich mich seit dem erwischt, wie sich bei mir im Kopf Sätze bildeten, die dem Stil eines Poetry Slams sehr nah kamen. Das dachte ich zumindest.

Gestern war wieder so ein Tag. Aber dieses Mal habe ich mich direkt hingesetzt und es aufgeschrieben. Ich wollte einmal die Idee aufgreifen und etwas daraus machen. Ob gut oder schlecht, dass darfst du selber herausfinden. Ich weiß, dass die Rechtschreibung und die Grammatik sowie Zeichensetzung nicht vollständig richtig ist, aber in diesem Text dienen die Satzzeichen mehr als Zeichen von Pausen und Betonungen. Viel Spaß!

 

Eine These die sich entzweit, ein Zustand, eine Tätigkeit.
Beginnen wir mit Zweiterem, weil sonst jeder mit ersterem anfängt, womit das wohl zusammenhängt.

Sei's drum.
Die Tätigkeit eines Organs, das sich präsentiert, aufbäumend und direkt, stellt es sich zur Schau, bei jedem.
Zeigt es steht's nach vorne und schreit: "IMMER DER NASE NACH!".
Gut wenn man dann nicht die Nase in den Wind hält, einen Wind der irgendwo herkommt.
Wo auch immer "irgendwo" wohl herkommt.
Man riecht mit ihm und vernimmt Lüfte, leider sind's nicht immer Düfte.
Alles nehmen wir damit war, verknüpfte Gedanken an Gerüche die uns daran erinnern, was einmal war.

Und damit kommen wir schon zum ersten Teil, der Gedanke, der mich zum Denken angeregte und aus mir diesen Text hervorbrachte.
Genannt wurde es bereits in ersten Zügen und ich will auch ihre Fähigkeit nicht betrügen.
Wenn mal eine geruchsbezogene Erinnerung daher weht und man sich fragt

"Woher, woher kenn ich diesen Geruch"

dann landet man in einer Arena, deren Kampf schneller vorbei ist, wenn man nochmal riecht, nochmal zieht, zupft und schnieft an dem, was eine Erinnerung zu verbergen mag.
Denn hat man es geschafft, dann ist sie da, präsent wie seit langem nicht mehr.
Selbst Gefühle können einen Trügen, in der Situation zu sein, in der man einst mal war.
Mag es traurig sein oder wunderbar, eins ist sicher, man glaubt man wäre wieder da.
Und statt sich direkt etwas anderem zu widmen, hält man inne für eine Revue.

Revue. Tolles Wort.

Der Eigengeruch ist die Quelle des Ganzen. Er erzeugt sich selbst, ohne es zu wollen.
Ein bisschen Schweiß, das Waschpulver, ja selbst der Stoff aus dem der Pulli ist.
Das Shampoo der letzten Dusche und die Zwiebeln des Döners von gestern Abend.
Ein Cocktail aus verschiedenen Komponenten, der zusammengenommen, ganz unbenommen es schafft identifiziert zu werden.

"Es riecht wie bei Oma"hört man es öfter, je älter man wird, hört man es öfter.
Aber auch die Essenz dieser Aussage, tritt ein heutzutage.
Wenn man eines Freundes Haus betritt, ohne dass man etwas erblickt, kann man es am Geruch bereits erkennen und sein Freund direkt benennen.

Verleugne es nicht du weißt es selbst, doch nenn mich ruhig einen Naseweiß.
Naseweiß. Nase weiß. Weiß die Nase oder ist sie es. Und wenn ja, ein oder zwei s?
Denkt mal drüber nach. Käsekuchen.

 

Wenn du das hier lesen solltest, glaube ich daran, dass du den Text vollständig gelesen hast. Danke dafür! Schreib doch in den Kommentaren wie dir der Text gefällt, aber nur wenn du noch eine Minute dafür Zeit hast ;) Ich würde mich darüber freuen.